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Danke Uncle Bush!

Lob und Preis für George W. Bush! Ihm verdankt die Welt den Aufschwung einer unvergleichlichen Friedensbewegung, denn er macht klar, worum es heute geht: Die US-Administration will den Krieg. Sie will ihn jetzt im Irak, sie will ihn generell gegen „den Terrorismus“; aber nicht um globale Neuordnung geht es, wie oft in den letzten Monaten geschrieben; es geht um Konservierung der nach dem Ende der Sowjetunion entstandenen Verhältnisse. Der Anspruch ist total. George W. Bush lässt daran keinen Zweifel. Mag die UNO im Fall IRAK entscheiden, was sie will – die USA leiten die Invasion ein. Was danach kommt, bleibt der Völkergemeinschaft überlassen.
Klar wird aber auch, allerdings nicht dank George W. Bush, sondern trotz der Verschleierungsversuche seiner Medien-Strategen und ungeachtet der zu befürchtenden katastrophalen Folgen der Invasion, dass die übriggebliebene Vormachtstellung der USA nicht zu konservieren sein wird, nachdem inzwischen nicht mehr zu übersehen ist, dass der Wirtschafts-Liberalismus der USA als Reparatur-Rezept für den in die Krise gekommene Sowjet-Sozialismus nicht taugt und der „american way of life“ selbst in einer tiefen Systemkrise steckt.
So setzt denn George W. Bush`s Versuch, die Herrschaft, das heißt, Privilegien, Kultur und Lebensweise der „einzig verbliebenen Weltmacht“ mit Gewalt als globale Norm zu konservieren, gerade die Kräfte frei, welche er einzudämmen versucht. Das sind einerseits die Konkurrenten der alten Welt, die sich neu formieren: die Europäische Union und das neue Russland. Es sind weiterhin die neuen Konkurrenten: China, Indien, Pakistan, insgesamt Asien. Und es ist die arabische Welt, dies aber keineswegs nur als Eigner der Erdöl-Ressourcen, sondern mehr noch als Speerspitze der lange kolonisierten muslimischen Welt Afrikas, Arabiens und Süd-Ost-Asiens, die sich heute von westlicher, aktuell insonderheit US-amerikanischer Vormundschaft befreien will. Der islamistische Terrorismus ist nur der radikalisierte Ausdruck davon. Ihm werden durch das Vorgehen der USA gegen den IRAK weltweit neue Kader zugeführt.
Je aggressiver George W. Bush seinen Kreuzzug gegen das Aufkommen dieser neuen Kräfte führt, umso mehr trägt er zu deren Abkoppelung von der US-dominierten Weltordnung und zugleich auch der Verbreiterung der internationalen Friedensbewegung bei, auch in den USA. Das macht die Opfer, die diesen Weg säumen und noch zu säumen drohen, nicht geringer. Es lässt aber erkennen, wohin der Widerstand gegen diese Politik sich entwickeln kann.

© kai ehlers

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